Medienpass NRW

Die Medienbildung an Schulen ist nach wie vor ein viel diskutiertes Thema. Es gibt viele Einzelinitiativen, die sich diesem Thema annehmen, wie zum Beispiel die Medienscouts (http://www.medienscouts-nrw.de/), die Medienberatung NRW (http://www.medienberatung.nrw.de) und viele zahlreiche lokale Initiativen. Gerade in bildungspolitischen Diskursen wird immer wieder darauf hingewiesen, dass Medienkompetenz eine Schlüsselkompetenz sei und daraus wird nicht selten die Forderung nach einem eigenen Fach Medienbildung abgeleitet. Ist das der richtige Weg?

Die Studie „Medienbildung an deutschen Schulen“ nennt drei Säulen für die Medienbildung in der Schule:

  • Strukturelle Verankerung: Damit ist die Verankerung in den Lehrplänen gemeint.
  • Medienbildung der Lehrer: An welcher Stelle findet Medienbildung für Lehrerinnen statt?
  • Infrastruktur: Welche Ausstattung ist an der Schule vorhanden und welche wird noch benötigt?

Jeder Schwerpunkt für sich betrachtet ist ein komplexes Thema. Diese nur oberflächliche Betrachtung zeigt das Ausmaß des Themas auf. Ohne Unterstützung kann die Umsetzung nicht funktionieren. Das Stundentableau in der Schule hat wenig Spielraum, daher scheint ein eigenes Fach Medienbildung unrealistisch. Es ist zu überlegen, wie sich Themen und Kompetenzen der Kernlehrpläne mit dem Thema Medienkompetenzvermittlung verbinden lassen.

Und genau hier bietet sich der Medienpass.NRW als ein praktisches Hilfsmittel zur Integration von Medienbildung in den schulischen Alltag in der Grundschule sowie an der weiterführende Schule an. Medienkompetenz wird dabei in fünf verschiedene Kompetenzbereiche und untergeordnete Teilkompetenzen untergliedert. Dies wird durchgehend mit praktischen Hinweisen für den Unterricht verknüpft.

Die fünf Kompetenzbereiche:

  • Bedienen und Anwenden
  • Informieren und Recherchieren
  • Kommunizieren und Kooperieren
  • Produzieren und Präsentieren
  • Analysieren und Reflektieren

Bei genauerer Betrachtung handelt es sich um Kompetenzbereiche, die sich auch in den Lehrplänen wiederfinden. Dies unterstreicht aber auch, dass Medienbildung nicht als separates neues Schulfach zu betrachten ist oder sinnvoll wäre.

Ein Beispiel: Im Medienkompetenzbereich „Analysieren und Reflektieren“ sollen die Schülerinnen und Schüler in der Klasse 5 und 6 den Stellenwert (z.B, Handy als Statussymbol) von Medien bewerten und hierzu einen Text entwerfen, in dem sie eigene Argumente entwickeln und begründen. Einen argumentativen Text zu schreiben ist ebenso im Kernlehrplan Deutsch vorgesehen.

Viele weitere Beispiele finden sich im Lehrplankompass unter http://www.lehrplankompass.nrw.de/Lehrplankompass. Viele Beispiele im Lehrplankompass sind mit einem geringen technischen Aufwand verbunden. Ein Blick lohnt sich also auf jeden Fall.

Man kann sich für den eigenen Unterricht auch ein Ansichtsexemplar bestellen. Man erhält einen Karton mit einem Poster, deinem Klassensatz Medienpässe für die Kinder und den Lehrplankompass. Der Medienpass selbst (siehe 3. Bild von links) eignet sich von der Aufmachung und Gestaltung eher für die jüngeren Schüler.

 

Der Medienpass.NRW -> http://medienpass.nrw.de/de
Studie „Medienbildung an deutschen Schulen“ -> http://www.initiatived21.de/portfolio/medienbildung_an_deutschen_schulen/

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